TEXTSCHACH ist ein literarisches Projekt. Der Schachgedanke wird auf das Schreiben eines fiktionalen Textes insofern übertragen, als zwei Autoren abwechselnd an diesem Text arbeiten und sich somit gegenseitig jedes Mal eine neue Aufgabe und einer neuen Herausforderung stellen. Anders als beim Schach verstehen sich die Autoren allerdings nicht als Gegner, sondern als Teamspieler. Dies ist folgendermaßen zu verstehen:
Nachdem die grundlegenden Elemente einer Rahmenhandlung gemeinsam festgelegt worden sind, schreibt einer der beiden Autoren den Anfang der Geschichte und übergibt diesen dem anderen, der daraufhin die Geschichte fortführt. Anschließend erhält der erste Autor die fortgeführte Geschichte wieder zurück und schreibt weiter. Dieser Zyklus wird solange fortgesetzt, bis der Handlungsablauf offensichtlich ein Ende findet.
Das bereits Geschriebene darf dabei nicht rückwirkend verändert werden, damit ein Autor nicht in die bereits schriftlich fixierte Verständnis- und Ideenwelt des jeweils anderen Autors eingreifen kann.
Da der Autor, der sein Schriftstück weiter gegeben hat, niemals im Voraus wissen kann, wie der andere "seine" Geschichte fortsetzt, und dieser vorher auch nicht wissen kann, was ihm zum Fortsetzen vorgelegt wird, entwickelt sich nicht nur für den Leser, sondern auch für beide Autoren eine motivierende Spannung.